Ich
stellte sie
wegen Wortbruch
zur Rede. Sie spielte „Betroffene“ wegen meinem Zynismus,
Tartarov über seine Nichtexistenz hinaus
auch noch zu einem sprachlosen Krüppel
zu
machen.
Selbstverständlich
musste Tartarov angeblich sprachlos sein, weil er wirklichen Russen
nicht
antworten konnte. Zudem aber konnte ich erklären, dass das
Klavier
für Tartarov
zum Ersatz-Sprachorgan geworden sei, was einerseits seine grossartige
Musikalität erkläre und anderseits die Musik
für ihn so
heilig sei, dass er sie
niemals der Profanität einer Konzertkarriere ausliefern
könnte und schon gar
nicht für Geld. Und dass deshalb der gesamte
Konzerterlös an
die UNICEF gehen
müsse.
Frau
Peter erreichte Herrn Tobler, Direktor der Tonhalle und legte ihm nahe,
den
Konzertsaal zu sperren. Herr Tobler sagte, dass ich, Hannes Keller, ein
Ehrenmann sei, der niemals etwas Krummes täte, und dass er den
Mietvertrag
einhalte.
Herr
Tobler war am Konzert und freute sich riesig. Er sagte mir, dass er den
Saal
gesperrt hätte ,wenn er die wahre Geschichte gekannt
hätte.
Nachträglich sichere
er mir jede erdenkliche Hilfe zu wann immer ich wieder etwas mache.
Ich
fand das überaus
lächerlich und versuchte, ihn mit einer noch übleren
Replik zu
übertreffen. Darauf
reagierte er noch schmutziger und ich auch noch. Keiner blieb dem
Kontrahenden
etwas schuldig. Es war lustvoll und blutvoll. Wir alle mit den Lesern
und dem
Chefredaktor Roger Schawinsky (ja, DER Schawinsky) genossen das
Schauspiel. Nach zwei Raufereien zogen wir
uns grollend
zurück und überliessen die Gosse den Politikern.